Verfasst von: Daniel | 15. Mai 2009

Im Kino

IMG_0471Wir waren heute im Kino, Illuminati, mit Überlänge. Das machen wir ganz gerne mal, das wir ins Kino gehen. Wir genießen die große Leinwand und Sound, der noch in der Magengrube nachklingt. Toll.

Leider nur (und ich hoffe, liebe Kinobetreiber, ihr lest mit und kommt zur Einsicht), fallen mir vermehrt Dinge auf, die einfach nicht in Ordnung sind. Und das muss mal gesagt werden. Da ist zum einen – und ich gehöre sicher nicht zu den Leuten, die noch jeden Euro in Die Gute Mark umrechnen müssen – der in den letzten Jahren saftig gestiegene Preis. Zwei mal acht fünfzig, mit Überlänge und Vorbestellung neun fünfzig, das sind neunzehn euro, und sorry, das waren einfach mal fast vierzig Mark.

Das wäre ja aber noch verschmerzlich, dann man bekommt ja was für sein Geld. Ich beschwere mich nicht einmal, dass ich noch drei fünfzig für ein Bier und vier Tacken für die Nachos zahle. Aber anscheinend können Kinobetreiber den Hals nicht voll genug bekommen. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen auf immer größeren Fernsehern immer neuere Filme zuhause schauen können, muss eben, so scheint die Devise zu sein, der einzelne Besucher richtig zur Ader gelassen werden: Es fängt schon damit an, dass ich mir geschlagenen fünfunddreißig Minuten Vorschau, Neudeutsch „Trailer“, also Werbung anschauen muss. Bei vierzig Mark (sorry) Eintritt. Man stelle sich das mal in der Oper vor: „Liebe Dame und Herren, verehrte Gäste, wir singen jetzt erst zunächst etwa dreißig Minuten lang jeweils kurze Liedteile aus verschiedenen anderen Opern…“ Oder im Restaurant: „Die Dame, der Herr – bevor ich Ihr Essen serviere, verlese ich kurz noch die Tageskarte für kommenden Montag bis Freitag.“ Ja, merken wir denn, was hier läuft?

Aber nicht, dass es dann vorbei wäre, weit gefehlt! Nein, danach geht das Licht wieder an, und so eine arme Wurst muss sich vor dem versammelten Saal, 400 filmgeilen Cineasten, für Langnese zum Affen machen. Wenn wir das konsequent boykottieren würden, wäre diese Ausbeuterei doch ruckzuck wieder vom Tisch, oder besser: von der Leinwand.

Die Krone wurde meinem Kinoerlebnis dann heute aufgesetzt, als nach fünfundsiebzig Minuten Film tatsächlich eine Pause eingeschoben wurde. Als ob einem durchschnittlichen Filmliebhaber keine zwei Stunden Stillsitzen mehr zuzumuten wären. Na danke! Dann kann ich ja das letzte Bier wegbringen und mir gleich ein neues holen, zwei Popcorn dazu und nochmal ordentlich Umsatz in die Kasse gespült. Dreist ist das. Und zum Abspann – richtige alte Filmhasen sehen sich das angeblich gerne bis zum Schluss an – wird schnell das Licht angeknipst, raus mit dem Pulk, nix mehr zu verdienen, die nächsten bitte. Film ab.

Happy End?


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